LEITLINIEN FÜR DAS SYSTEMDESIGN

EINFÜHRUNG

Bei der Auslegung eines Kühlsystems müssen zahlreiche Variablen berücksichtigt werden. Der Installationsort und die Positionierung des Kaltwassersatzes sowie die Entfernung von der Anwendung sind wichtige Faktoren. Die Art der Anwendung und die erforderliche Anzahl von Kaltwassersätzen für die Kühlung des Prozesses fließen ebenfalls in das Systemdesign ein. Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick über bewährte Verfahren für die Installation des Kaltwassersatzes und Kühlsystems.

Zur erfolgreichen Installation eines Schutz-Wasserkühlsystems sind folgende Schlüsselpunkte zu beachten:
  • Installationsort und Positionierung des Kaltwassersatzes
  • Frostschutz
  • Kaltwasserkreislauf
  • Option für Wasserfüllanschluss
  • Elektrischer Anschluss
  • Dezentrale Steuertafel
  • Inbetriebnahme des Kaltwassersatzes

INSTALLATIONSORT UND POSITIONIERUNG DES KALTWASSERSATZES

Die Produktreihen Hyperchill & Hyperchill Plus bieten robuste und zuverlässige Kühlungslösungen. Der Installationsort und die Positionierung des Kaltwassersatzes sind kritische Faktoren, um die gewünschte Kälteleistung aufrechtzuerhalten.

Generell können die meisten Kaltwassersätze dieser Produktreihen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich aufgestellt werden. Dabei sind folgende Leitlinien zu beachten:

Aufstellung im Innenbereich

Die Kaltwassersatzmodelle ICEP002, ICEP003 & ICEP005 haben die Schutzart IP33 und müssen im Innenbereich aufgestellt werden.

Aufstellung im Innen- und Außenbereich

Die Hyperchill Plus Modelle ab ICEP007 haben die Schutzart IP54 und können sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich aufgestellt werden. Dies gilt auch für die Hyperchill Produktreihe.

Positionierung des Kaltwassersatzes

Die Belüftung um den Kaltwassersatz herum ist ein wesentlicher Faktor, um die Systemleistung aufrechtzuerhalten. Der Zweck des Kaltwassersatzes ist es, die Wärmelast aus dem Wasserkreislauf in die Umgebung abzuleiten. Wenn die Umgebung nicht ausreichend belüftet ist, baut sich Wärme im Kreislauf auf und der Kaltwassersatz verfällt in einen Störzustand. Bitte beachten Sie Folgendes:

  • Platzieren Sie den Kaltwassersatz in einem gut belüfteten Bereich.
  • Stellen Sie sicher, dass an den Seiten, hinter und über dem Gerät ausreichend Freiraum vorhanden ist (nähere Angaben zu den erforderlichen Freiräumen finden Sie im Betriebs- und Wartungshandbuch).

FROSTSCHUTZ

Wenn ein wassergekühltes System niedrigen Temperaturen ausgesetzt wird, kann es zu Frostschäden am Kaltwassersatz und Wasserkreislauf kommen. Ein Frostschutz sollte unter folgenden Umständen erwogen werden:
  • Der Kaltwassersatz ist im Außenbereich aufgestellt (niedrigen Umgebungstemperaturen ausgesetzt).
  • Der Sollwert für die Wassertemperatur ist auf < 7 °C konfiguriert.
Zur Vermeidung von Frostschäden gibt es zwei Optionen:
  • Hinzufügen der „Frostschutzheizung“ in die Spezifikation des Kaltwassersatzes.
    • Gilt ab ICEP007.
  • Zugabe von Frostschutzmittel (Ethylenglykol) zum Kühlwasser.
    • Der mindestens erforderliche Glykolgehalt beträgt 20 % v/v.
    • Der Gesamt-Glykolgehalt darf 40 % v/v nicht überschreiten.

In Fälle, in denen eine Kaltwassertemperatur von < 7 °C erforderlich ist, muss dem Prozesskühlwasser ein Frostschutzmittel hinzugefügt werden.

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über den Glykolgehalt in Prozent für spezifische Auslass-Wassertemperaturen:
Auslass-Wassertemperatur (°C) Ethylenglykol (% Vol.) Umgebungstemperatur
4 5 -2
2 10 -5
0 15 -7
-2 20 -10
-4 25 -12
-6 30 -15
Bei der Verwendung von Ethylenglykol im Kaltwassersystem sind folgende Punkte zu beachten:
  • Verwenden Sie keine Frostschutzmittelprodukte für den Kfz-Bereich. Diese Produkte enthalten oft Additive, die die Effizienz der Wärmeübertragung reduzieren und den Kaltwassersatz potenziell beschädigen können.
  • Verwenden Sie nur inhibitorhaltige Glykolprodukte. Nicht inhibitorhaltige Produkte können für das Wasserkühlsystem korrosiv sein.
  • Vermischen Sie nicht unterschiedliche Glykollösungen und Marken. Unterschiedliche Produkte können miteinander inkompatible Inhibitoren enthalten, die sich abscheiden und Filtrations- und Pumpenprobleme verursachen können.
  • Überprüfen Sie lokale Vorschriften und Umweltrichtlinien. Möglicherweise müssen Faktoren wie die Entsorgung, Grundwasserverschmutzung und Ableitung berücksichtigt werden.
  • In den meisten Anlagen kann normales Leitungswasser verwendet werden. Es kann jedoch empfehlenswert sein, bei Verwendung von Glykol deionisiertes, demineralisiertes oder destilliertes Wasser zu verwenden, um das Risiko einer Beeinträchtigung der Glykolinhibitoren durch Verunreinigungen zu eliminieren.
  • Die Systemhygiene und Wartung sind wichtig. Das Kaltwassersystem sollte vor Hinzufügung einer neuen Glykol-/Wassermischung gespült, gereinigt und desinfiziert werden.

KALTWASSERKREISLAUF

Bei der Auslegung des Kaltwasserkreislaufs sind die folgenden Punkte zu beachten:
  • Am Ein- und Auslass des Kaltwassersatzes sollten Absperrventile installiert werden.
  • In den Durchflussleitungen sollte ein Regelventil installiert werden (siehe Installationszeichnungen).
  • Es sollte ein manueller Bypass mit Durchflussregelventil installiert werden, um einen ordnungsgemäßen Durchfluss zwischen Prozess und Kaltwassersatz aufrechtzuerhalten.
  • Es sollte darüber nachgedacht werden, in den Durchflussleitungen zum Prozess Filter zu installieren.
  • Der Typ des Einfüllsatzes (manueller Einfüllsatz für Umgebungsdruck oder druckbeaufschlagter Einfüllsatz) sollte der Anwendung entsprechen.
  • Der Mindestdurchmesser der Rohrleitungen ist von kritischer Bedeutung, um den Auslegungsdurchfluss zu erzielen.
  • Das Material der Rohleitungen ist wichtig, wenn ein Nichteisen-System erforderlich ist.
  • Wenn kein Glykol verwendet wird, kann eine Begleitheizung für externe Rohrleitungen erforderlich sein.
  • Automatische Entlüftungen sollten an einem hohen Punkt im Wasserkreislauf installiert werden.
  • Beim Anschluss von Rohrleitungen an die Gewindeanschlüsse des Kaltwassersatzes ist vorsichtig vorzugehen. Stellen Sie sicher, die Anschlüsse des Kaltwassersatzes beim Festziehen zu fixieren, um Schäden am Kaltwassersatz zu verhindern.
  • Die Leitungen sollten gespült und dann mit Wasser auf Dichtigkeit geprüft werden, bevor sie mit einem geeigneten Frostschutzmittelgemisch wiederbefüllt werden.

OPTIONEN FÜR WASSERFÜLL KITS

Der passende Wassereinfüllsatz ist basierend auf den Installationsanforderungen des Kaltwassersatzes auszuwählen. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

Füllkit für geschlossenen Systeme

Diese Option ermöglicht die Installation des Kaltwassersatzes in einem geschlossenen Wasserkreislauf. Das Kit enthält einen Ausdehnungsgefäß, ein Sicherheitsventil, ein Druckbegrenzungsventil, ein Manometer und einen Ablasshahn.

Der Kaltwassersatz kann mit einem bereits installiertem Wasserfüllkit konfiguriert werden. Alternativ kann das Kit auch separat vom Kaltwassersatz geliefert werden.

HINWEIS: Nach der Inbetriebnahme muss!! die Wasserversorgung lokal abgesperrt werden.

SATZ FÜR BEFÜLLUNG MIT UMGEBUNGSDRUCK

Der Wassereinfüll Kit für die Befüllung mit Umgebungsdruck kann in offenen Wasserkreislaufsystemen verwendet werden. Die Füll Kits werden wie folgt geliefert:

OPTIONEN FÜR WASSEREINFÜLLSÄTZE

  • Die Auslegung für offene Kreise der Modelle ICEP002 bis ICEP005 beinhaltet einen Wassereinfüllstutzen an der oberen Abdeckung und eine externe visuelle Anzeige.
  • Die Modelle ab dem ICEP007 können mit einem extern montierten Wasserfüllkit geliefert werden. Alternativ ist das Kit separat lieferbar.

Die folgende Abbildung zeigt den Einfüllsatz für die Befüllung mit Umgebungsdruck.

ELEKTRISCHER ANSCHLUSS

Elektrische Arbeiten sind von einem qualifizierten Elektrofachmann durchzuführen. Bitte lesen Sie vor der elektrischen Inbetriebnahme des Kaltwassersatzes in der Betriebsanleitung nach.

Beachten Sie die folgenden Punkte:
  • Ein lokaler Trennschalter sollte nahe am Kaltwassersatz installiert werden.
  • Die Stromversorgung ist mit einer ordnungsgemäß bemessenen Typ D-Sicherung bzw. einem Typ-D-Leistungsschalter abzusichern.
  • Nach der Installation ist das Gerät auf die ordnungsgemäße Phasenfolge zu prüfen.

DEZENTRALE STEUERTAFEL

Die Hyperchill Reihe bietet die Option für eine Fernsteuerung. Der Kaltwassersatz kann auf zwei Steuerungsebenen fernbedient werden.

Basissteuerung
  • Kaltwassersatz Ein/Aus-Steuerung.
  • Kaltwassersatz Ein/Aus-Signal.
  • Signal für allgemeinen Alarm.
Erweiterte Steuerung
  • Bietet über die erweiterte Mikroprozessorbaugruppe alle Steuerungsoptionen.

INBETRIEBNAHME DES KALTWASSERSATZES

Lesen Sie im Betriebs- und Wartungshandbuch nach und führen Sie die entsprechenden Schritte aus. Die grundlegenden Prüfungen umfassen Folgendes:
  • Stellen Sie sicher, dass die Leitungen vollständig auf Dichtheit geprüft und gespült wurden, bevor Sie Wasser (oder ein Glykolgemisch) einfüllen.
  • Überprüfen Sie die Phasenschutzvorrichtung im elektrischen Schaltschrank. Auf dem Gerät sollte eine grüne und eine orange LED zu sehen sein.