In der Anfangsphase des Brauprozesses werden Getreidekörner zu Malzschrot gemahlen. Das Malzschrot wird dann in den Maischbottich befördert und es wird Wasser hinzugegeben. Während der Maische-Umwandlung zersetzen natürliche Enzyme im Malzschrot die Malzstärke zu vergärbaren Zuckern. Die Maische wird danach in den Läuterbottich gepumpt, in dem eine süße Flüssigkeit (Würze) vom Malzschrot abgeschieden wird.
Die Würze wird dann zu einem Kessel befördert und auf eine kontrollierte Siedetemperatur von ca. 60 °C erwärmt, bevor Hopfen hinzugegeben wird. Nach der Kochphase werden verbleibende Malz- und Hopfenpartikel abgeschieden.
Während die Würze noch heiß ist, wird sie aus den folgenden Gründen schnell abgekühlt:
- Die Würze ist anfällig gegen oxidative Schädigung, wenn man sie langsam abkühlen lässt. Die schnelle Abkühlung minimiert oxidative Schäden und somit unerwünschte Aromen im Produkt.
- In der Erwärmungsphase entwickeln sich in der Würze Spurenmengen von Dimethylsulfid (DMS). DMS hat einen niedrigen Siedepunkt und dampft aus der
heißen Würze aus. Bei der Abkühlung der Würze wird weiterhin DMS produziert. Die langsame Abkühlung ermöglicht die Ansammlung des DMS durch das begrenzte Auskochen im Sud. Hohe DMS-Gehalte
in Bier können unangenehme Aromen hinzufügen und das Gebräu verfärben. Eine schnelle Abkühlung der Würze auf ca. 25 °C minimiert die Oxidation und den DMS-Gehalt,
was das Geschmacksprofil des fertigen Getränks verbessert.
- Eine schnelle Abkühlung führt zu einem „Kalttrub“. Proteine werden thermisch geschockt und aus der Würze abgeschieden. Ohne schnelle Abkühlung kann es zu im fertigen Produkt zu einer
„Kalttrübung“ kommen. Proteinrückstände können sich absetzen, wenn das Produkt vor dem Verzehr gekühlt wird. Dies wird oft als unerwünscht angesehen,
insbesondere, wenn das Produkt klar sein sollte.
Wie erfolgt die Würzekühlung?
Die meisten Brauereien führen die Würze zur Abkühlung durch einen ein- oder zweistufigen Plattenwärmetauscher. Die Anwendung ist anspruchsvoll, da eine hohe Wärmelast schnell aus dem Prozess abgeleitet werden muss. Um die Kälteleistung zu erhöhen, wird im Wasserkreis oft eine Glykol-Wasser-Mischung verwendet. In der Regel wird ein doppelwandiger, lebensmitteltauglicher Wärmetauscher verwendet, um Kontaminationsprobleme zwischen der Würze und der Kühlflüssigkeit zu vermeiden.
Bei der Auslegung eines Kaltwassersatzes für die Würzekühlung ist Folgendes zu beachten:
- Gesamtvolumen der zu kühlenden Würze (oft in BBL/Barrell-Volumen angegeben).
- Gewünschte Abziehzeit (erforderliche Kühldauer zur Optimierung des Prozesses).
- Anfängliche und gewünschte Endtemperatur der Würze.
- Stellt der Kaltwassersatz auch Kälteleistung für andere Brauprozesse bereit?
Bitte wenden Sie sich wegen weiterer Informationen zur Auslegung an Ihren Parker Spezialisten vor Ort.